So schützt Du Dich vor Online-Sextortion: smarter, sicherer, miteinander

Betrugsrisiken erkennen By Western Union Fraud Prevention Team February 3, 2026

Das Internet ist eine tolle Sache, die uns hilft, in Verbindung zu bleiben. Aber um online sicher zu sein, musst Du die Risiken kennen. Sextortion, eine Form der Online-Erpressung, ist eine ernst zu nehmende Gefahr, die jeden schwer treffen kann. Die gute Nachricht ist, dass wir alle lernen können, sie zu erkennen und zu stoppen. Wenn Du aktiv wirst, trägst Du dazu bei, das Internet für alle anderen sicherer zu machen. In den letzten Jahren hat die finanziell motivierte Sextortion leider stark zugenommen. Eine weltweite Studie aus dem Jahr 2024 ergab, dass bereits jeder siebte Erwachsene Drohungen erlebt hat, bei denen es um die Verbreitung intimer Bilder ging. Gemeinsam können wir etwas verändern!

Was ist Sextortion?

Sextortion ist ein Verbrechen, bei dem Betrüger damit drohen, private sexuelle Bilder, Videos oder persönliche Informationen zu veröffentlichen, wenn Du ihren Forderungen nicht nachkommst. Diese Forderungen umfassen oft Geldzahlungen, den Kauf von Geschenkkarten oder andere Handlungen, die Du nicht ausführen möchtest.

Das Wichtigste in Kürze: Jeder kann zum Ziel werden, auch wenn Du noch nie ein intimes Foto geteilt hast. Kriminelle sind unglaublich geschickt und können mit hochentwickelten Tools wie künstlicher Intelligenz (KI) überzeugende gefälschte Bilder oder Videos erstellen.

So erkennst Du die Warnzeichen – #BeFraudSmart

Kriminelle nutzen sämtliche Angriffsflächen: Dating-Apps, soziale Medien, Webcams, Gaming-Plattformen und Messaging-Dienste. Oft verwenden sie falsche Identitäten oder „Catfishing“, um schnell Vertrauen aufzubauen.

Sei clever und achte auf diese Warnsignale:

  • Überstürzte Beziehungen: Die Täter stürzen sich extrem schnell in eine ernsthafte oder sexuelle Beziehung, senden manchmal frühzeitig ein intimes Bild, um dies zu normalisieren, und fordern im Gegenzug möglicherweise ebenfalls intime Bilder oder sexuelle Videos ein.
  • Grenzüberschreitungen: Erpresser üben wiederholt Druck auf Dich aus, bestimmte Dinge zu tun – insbesondere sexuelle Dinge, von denen Du klar gesagt hast, dass Du Dich dabei nicht wohlfühlst.
  • Anfragen von Unbekannten: Betrüger senden Freundschaftsanfragen an viele Personen, die sie nicht kennen, um zu sehen, wer darauf eingeht. Oft kontaktieren sie Menschen, die sie noch nie getroffen haben.
  • Drohungen: Erpresser behaupten, Deinen Account gehackt, Deine Kontakte ausgelesen oder Bilder von Dir in ihren Besitz gebracht zu haben, und verlangen dann sofort Geld.

Denk daran: #BeFraudSmart – wenn jemand, den Du gerade erst online kennengelernt hast, sofort sexuelle Anspielungen macht oder nach intimen Bildern fragt, ist das ein deutliches Warnsignal und möglicherweise ein Versuch von Sextortion.

Proaktive Prävention: Nimm Deine Sicherheit selbst in die Hand

Angriff ist die beste Verteidigung! Befolge diese Schritte, um Dein Risiko erheblich zu verringern:

  • Schütze Deine Privatsphäre: Überprüfe die Datenschutz- und Sicherheitseinstellungen Deiner Social-Media-, Messaging- und Gaming-Apps. Beschränken, wer Deine Beiträge sehen kann, und sende Nachrichten nur an Personen, denen Du vertraust.
  • Teile keine persönlichen Informationen: Teile keine persönlichen Daten (wie Deine genaue Wohnadresse, Deinen Arbeitsplatz oder sensible Finanzinformationen) mit Fremden im Internet. Kriminelle können diese Informationen nutzen, um ihre Drohungen glaubwürdiger klingen zu lassen.
  • Überprüfe Profile: Sei vorsichtig bei Profilen, die nur sehr wenige Fotos enthalten, professionell aussehende Modelaufnahmen verwenden oder keine gemeinsamen Freunde haben. Nimm Dir einen Moment Zeit, um eine umgekehrte Bildersuche mit den Fotos durchzuführen. So kannst Du erkennen, ob sie gefälscht sind.
  • Öffne niemals Anhänge von Fremden: Bösartige Anhänge können dazu verwendet werden, Malware zu installieren, die Kriminellen Zugriff auf Dein Gerät verschafft.
  • Sprich mit jemandem: Wenn Du Dir bei einer Online-Interaktion unsicher bist, wende Dich an einen vertrauenswürdigen Freund oder ein Familienmitglied. Eine zweite Meinung kann einen Betrug oft sofort aufdecken.

Was Du tun solltest, wenn Du zum Ziel wirst

Bleib ruhig, Hilfe ist verfügbar! Wenn Du glaubst, dass Du zum Ziel geworden bist, kannst Du sofort folgende Schritte unternehmen, um Dich zu schützen:

  • Beende jegliche Kommunikation: Blockiere die Person sofort auf allen Plattformen. Nutze die integrierten Melde- und Blockierfunktionen in all Deinen Apps. Den Kontakt abzubrechen, ist der erste Schritt, um wieder die Kontrolle zu erlangen.
  • Sichere die Beweise: Lösche keine Nachrichten, die Du erhalten hast. Mach Screenshots von allen Nachrichten und Profilen. Das sind wichtige Beweise für die Strafverfolgung sowie für Tools zum Entfernen von Inhalten.
  • Zahle nicht und gehe nicht auf Forderungen ein: Zahlen hilft nicht, das Problem zu lösen. Kriminelle verlangen fast immer mehr Geld und geben die Bilder vielleicht trotzdem weiter. Wenn Du Dich weigerst, zu zahlen, durchbrichst Du den Kreislauf.
  • Melde den Vorfall: Wende Dich an die Polizei. Lege die von Dir gesicherten Beweise vor. Wenn Du versehentlich Geld gesendet hast, benachrichtige sofort Dein Finanzinstitut.
  • Mach Dir bewusst, dass Du keine Schuld hast: Die Person, die versucht, Dich zu erpressen, begeht eine schwere Straftat. Wenn Du Hilfe suchst, schützt Du nicht nur Dich selbst. Du lieferst auch wichtige Informationen, die den Behörden helfen, Kriminelle zu stoppen und andere vor weiteren Übergriffen zu bewahren.

Wo Du Hilfe findest

Die folgenden Organisationen bieten vertrauliche Beratung, Anleitung und Hilfsmittel, die Dich dabei unterstützen, mit einer Sextortion-Situation umzugehen. Du musst das nicht allein bewältigen. Wenn Du mit Sextortion konfrontiert bist oder einfach nur vertrauenswürdige Beratung suchst, können Dir diese Organisationen helfen, die Kontrolle zurückzugewinnen, Unterstützung zu erhalten und Dich zu schützen:

National Center for Missing and Exploited Children (NCMEC)

Internet Watch Foundation (IWF) – Beratung zu Sextortion und Tools zum Entfernen von Bildern

Stop Non-Consensual Intimate Image Abuse

Federal Bureau of Investigation (FBI)  – Ressourcen zu finanziell motivierter Sextortion

eSafety Commissioner (Australien) – Beratung zum Umgang mit Sextortion

United Kingdom Police – Wie Du Sextortion im Vereinigten Königreich melden kannst